Früh erkennen, Chancen verbessern

Allen Tumorerkrankungen ist eines gemeinsam: Werden sie früh erkannt, steigen die Heilungschancen. Bei dieser neuen Studie zur Erkennung des Lungenkrebses werden erstmals Computertomografen mit niedriger Strahlendosis eingesetzt. Diese Studie, die vom Clemenshospital gemeinsam mit der Thoraxklinik Heidelberg und dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung durchgeführt wird, stellen wir Ihnen im Folgenden kurz vor.

Wie Sie sicher wissen, gehört der Lungenkrebs zu den führenden Todesursachen weltweit. Wird die Erkrankung früh erkannt, so sind die Heilungschancen am größten. Dies liegt daran, dass die meisten Betroffenen keine Schmerzen oder andere Symptome haben bzw. diese erst dann auftreten, wenn der Krebs schon sehr weit fortgeschritten ist. Aus diesem Grunde empfiehlt sich für Risikopersonen eine Vorsorgeuntersuchung. Die sog. NLST-Studie  hat für die Früherkennung mittels CT einen Überlebensvorteil gezeigt.

In Deutschland sind solche Vorsorgeuntersuchungen mit Röntgenstrahlen ohne sog. „rechtfertigende Indikation“ gem. Röntgenverordnung allerdings nicht zulässig. In Zusammenarbeit der medizinischen Fachgesellschaften und dem Bundesamt für Strahlenschutz können wir nun eine zulässige Früherkennungsmaßnahme anbieten. Dies ist die Studie "Niedrigdosis Computertomographie zur Lungenkrebs-Früherkennung", die die Thoraxklinik Heidelberg gemeinsam mit dem Clemenshospital in Münster und dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (www.dzl.de) durchführt.

  1. Raucher zwischen 55 und 74 Jahren
  2. Ehemalige Raucher zwischen 55 und 74 Jahren, deren Rauchstopp nicht länger als 15 Jahre zurückliegt
  3. Mindestens eine Packung Zigaretten pro Tag über 30 Jahre oder z. B. 2 Packungen pro Tag über 15 Jahre (30 Packungsjahre)
  • Es müssen alle o.g. Kriterien des Risikopatienten erfüllt sein
  • Falls Sie derzeit noch rauchen, müssen Sie eine Raucherentwöhnungsmaßnahme durchgeführt haben. Eine Liste einiger Anbieter solchen Maßnahmen finden Sie auf unserer Internetseite unter "Wo finde ich Unterstützung zur Raucherentwöhnung". Ob es Ihnen damit gelungen ist, rauchfrei zu werden, ist zunächst nicht wichtig.

Computertomographie-Aufnahmen werden durchgeführt, die mit einer besonders niedrigen Strahlendosis auskommen (ca. 1mSv). Es fallen für Sie keine Kosten für die CT an. Sie erhalten eine CT der Lunge ohne Kontrastmittel - als sicherste Methode der Krebsfrüherkennung - sowie ein Abschlussgespräch, bei dem die wichtigen Befunde nach orientierender Durchsicht mit Ihnen besprochen werden. Unsere Radiologen werten die Bilder anschließend aus und werden dabei zusätzlich von Computersoftware unterstützt. Sie und Ihr zuweisender Arzt bekommen den abschließenden Befundbericht. Falls sich relevante Befunde ergeben, wird dies erwähnt sein und ein weiteres Vorgehen vorgeschlagen. Jede weitere Maßnahme muß aufgrund Ihrer freien Arztwahl durch Sie selbst organisiert werden. Diese werden von den Krankenkassen erstattet. Wir werden uns im Nachgang telefonisch auch nochmals mit Ihnen in Verbindung setzen.

Das sog. Lungenkrebs-Screening ist nur dann erfolgreich, wenn Experten verschiedener Fachdisziplinen zusammenwirken (Hausarzt, Pneumonologe, Radiologe, Lungenkrebszentrum), die komplexen Abläufe klar definiert, von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und qualitätsgesichert sind. Ein umfangreiches Raucherentwöhnungsprogramm ist für alle Teilnehmer wichtig.

Lungenkrebsfrüherkennung kann Ihr Leben retten – zögern Sie nicht, uns anzurufen und vereinbaren Sie einen Termin!


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