Diese Seite ist nur für euch

Unsere Klinik heißt "Klinik für Kinder- und Jugendmedizin", darum seid Ihr für uns das Wichtigste! Hier haben wir mal ein paar Fragen beantwortet, die viele von euch immer wieder an uns Ärzte stellen. Klickt oder tippt einfach auf die Frage. Wollt ihr noch mehr wissen? Dann fragt uns , wir sind immer für euch da!

Asthma ist hauptsächlich eine Entzündung der Luftwege. Die Luftwege bestehen aus der Luftröhre und aus den Bronchien, das ist der Teil zwischen der Luftröhre und den Lungen. Wenn die Luftwege entzündet sind, kann es zu Asthma kommen. Bei einer Entzündung der Haut der Luftwege, die man auch Schleimhaut nennt, weil sie Schleim (Spucke) produziert, ist diese rot und wund. Sicher hast Du so etwas schon Mal zum Beispiel nach einer Durchfallerkrankung am Po gehabt. Es ist dann besonders schmerzhaft, wenn man darüber reibt oder wenn scharfe Sachen auf die kaputte Haut kommen.

Man hat dann das Gefühl, als ob jemand etwas Brennendes auf die Haut gebracht hat. Weil die Schleimhaut rot wie Feuer ist und man ein brennendes Gefühl hat, spricht man von einer Ent-„zündung“.
Die Atemwege produzieren bei einer Entzündung viel und häufig sehr zähen Schleim und verengen sich. Das kennst du vielleicht von einer normalen Erkältung.

Bei einem Menschen mit Asthma ist die Schleimhaut immer wund. Daher reagiert sie schon auf kleine und unbedeutende Reize besonders heftig. Wir sprechen dann von einer Überempfindlichkeit der Bronchien. So kann man bei einem Asthmaanfall den zähen Schleim nicht gut abhusten.

Zusätzlich werden die Atemwege sehr eng: Wo vorher ein großes Atemrohr war, ist es jetzt so eng wie ein Strohhalm geworden. Dann kannst du nicht so gut mehr Luft holen/insbesondere ausatmen, du „pfeifst“ oder „piepst“. Die Verengung der Atemwege wird durch eine Verkrampfung der Muskeln verursacht, die um die Bronchien herum liegen. Häufig schwillt dann auch noch die Schleimhaut an und macht das Atemrohr noch enger.

Dafür kann es ganz viele, unterschiedliche Gründe geben. Hier haben wir mal ein paar davon aufgeschrieben.

Ob ein Mensch Heuschnupfen oder Asthma bekommt, hängt unter anderem davon ab, ob in der Familie (Mutter, Vater, Geschwister, Großeltern, Onkel & Tanten) solche Erkrankungen öfter vorkommen
Oft haben Kinder und Jugendliche eine Allergie: Hier reagiert der Körper überempfindlich auf bestimmte Dinge wie Pollen, Hausstaubmilbenkot, Schimmelpilzsporen, Nahrungsmittel (Milch, Hühnerei, Nüsse.....) und Tierhaare (Pferd, Katze, Mäuse, Meerschweinchen,...). So richtig weiß man noch nicht, wie das abläuft, es scheinen aber bestimmte weiße Blutkörperchen und Abwehrstoffe eine große Rolle zu spielen. Wenn du Genaueres darüber wissen willst, kannst du uns gerne fragen.

Zusätzlich kann es auch unabhängig von einer Allergie zu einer sogenannten „asthmatischen Reaktion“ kommen, wenn Reizstoffe eingeatmet werden. Wenn große Mengen dieser Reizstoffe eingeatmet werden, kann das übrigens bei jedem Menschen passieren.

Die überempfindliche Schleimhaut reagiert aber schon auf geringe Mengen davon. Hierzu zählt vor allem das Rauchen. Auch wenn nur in der Nähe eines asthmakranken Menschen geraucht wird, und der Qualm in kleinen Mengen eingeatmet wird, kann es einen schlimmen Anfall beim Asthmatiker geben. Weitere Stoffe sind Staub, Wasserdampf und Dämpfe von Lösungsmitteln, wie sie manchmal im Klebstoff oder in bestimmten Farben vorkommen. Manchmal reicht sogar das ungeschützte Einatmen von kalter Luft aus. Wenn beim Rennen, beim Sport oder beim Radfahren Pfeifen oder Atemnot auftritt, liegt das häufig daran, dass die kalte Außenluft nicht genügend im Nasen-Rachen-Raum angefeuchtet und angewärmt wird, bevor sie in die Atemwege oder die Lunge gelangt. Manche Leute nennen das dann „Anstrengungsasthma“.

Manchmal hat man eine Zeitlang eine Art Asthma nach einer schweren Lungenerkrankung, zum Beispiel nach einer Lungenentzündung, ohne dass man eine Allergie hat. Das liegt daran, dass die Schleimhaut der Luftwege noch lange nach der Entzündung noch sehr empfindlich auf alle möglichen Reize reagiert. In der Regel verschwindet das aber nach einer Weile. Manchmal muss jedoch eine Behandlung durchgeführt werden.

Die überempfindliche Lunge muss man vor möglichen Reizstoffen schützen. Auf eine wunde Haut wird zum Schutz eine Salbe aufgetragen. Das kennst du vielleicht, wenn du mal beim Spielen oder beim Radfahren gestürzt bist oder einen Sonnenbrand hattest.

Eine Salbe kann man leider nicht auf die Atewmwege reiben, ist ja klar! Da die Reizstoffe aber mehr oder weniger ständig eingeatmet werden, muss die Lunge immer wieder neu geschützt werden, so wie eine Salbe auch regelmäßig aufgetragen werden muss. Ähnlich kann man mit der Inhalation von bestimmten Medikamenten die Lunge weniger empfindlich und wiederstandsfähiger machen.

Das Asthma bei Kindern und Jugendlichen kann man mit Inhalationen und Tabletten behandeln. Meistens wird man zuerst ein Medikament zum Inhalieren benutzen. Dieses kann mit Hilfe eines Inhalationsgerätes oder eines „Dosieraerosols“ inhaliert werden. Welches Medikament für dich das richtige ist, kannst du am besten mit deinem Kinderarzt oder mit uns besprechen. Diese Art von Medikamenten nennt man "Controler", weil sie den Entzündungszustand des Asthmas kontrollieren: Wenn du so inhalierst, wie es dein Arzt dir gesagt hat, sind Nebenwirkungen sehr selten.

Wenn in deinem Medikament das Mittel Kortison enthalten ist, kann es diese Nebenwirkungen geben:

  • Die Stimme kann heiser werden. Dieses verschwindet aber nach Absetzen der Inhalation rasch.
  • Ein spezieller Hefepilz kann sich in deinem Mund ansiedeln (Soor, Candida). Dieses kann man dadurch verhindern, dass der Mund nach der Inhalation gut ausgespült wird oder die Zähne geputzt werden.

Neben dem Schutz der Lunge vor Reizstoffen ist es häufig auch nötig, die verengten Atemwege wieder weiter zu machen. Die Verkrampfung der Atemwege kann mit Medikamenten gelöst werden. Sie werden auch „Reliever“ (auf Deutsch: Lösende Substanzen) genannt, weil sie den Krampf der Atemwegsmuskulatur lösen, und der Patient wieder frei atmen kann. Wenn man nur mit den „Relievern“ inhaliert kann das Asthma langsam sehr schlimm werden. Es ist also sehr wichtig, dass du die Medikamente immer so nimmst, wie der Arzt es dir erklärt hat.

Nebenwirkungen sind besonders vom Salbutamol und Theophyllin bekannt, die sind aber normalerweise ungefährlich:

  • Man wird „rappelig“ oder nervös, die Hände zittern etwas. Das ist beim Schreiben manchmal ganz schön lästig.
  • Manche Leute können schlecht einschlafen.
  • Manchmal schlägt das Herz recht schnell, und man muss häufiger Pipi machen.

Der zähe Schleim kann mit Schleimlösern wie dem ACC flüssiger gemacht werden, so dass er besser abgehustet werden kann. Nebenwirkungen sind auch hier selten: Es können Pupser auftreten, die nach faulen Eiern riechen. Der Stuhlgang ist manchmal etwas dünner, da das ACC auch den Schleim im Stuhlgang flüssiger macht.

Eine Hyposensibilisierung soll den Körper unempfindlicher gegenüber den Stoffen machen, von denen ihr eine Allergie bekommt. Dieses wird dadurch erreicht, dass man die Allergieauslöser, also Pollen, Tierhaare usw. in ganz kleinen Mengen unter die Haut spritzt. Die Menge wird langsam, meist im Abstand von einer Woche, immer weiter erhöht. Ist die Höchstmenge erreicht, wird der Abstand zwischen den Spritzen verlängert. Meistens muss man dann alle vier bis sechs Wochen zum Arzt. Die Hyposensibilisierung wird normalerweise drei Jahre lang durchgeführt. Nebenwirkungen können auftreten, sind meistens aber nicht schlimm. Es kann zum Beispiel einen juckenden, etwas dicken Arm geben, wie nach einem Mückenstich.

Da es immer Nebenwirkungen geben kann, auch schlimmere, musst du noch mindestens 20 bis 30 Minuten überwacht werden. So lange bleibst du noch in der Nähe des Arztes.

Natürlich! Sport ist sogar sehr gut, wenn es darum geht den Körper und vor allem die Lunge fit zu halten. Gerade das Schwimmen wird dir sehr gut tun.

Du merkst vielleicht, dass du beim Sport schneller mal pfeifen oder husten musst. Das nennt man  "Anstrengungsasthma". Wenn es häufiger als zwei Mal in der Woche auftritt, kann das ein Zeichen sein, dass dein Asthma nicht gut behandelt ist. Frag dann deinen Kinderarzt oder uns was du dagegen machen kannst. Eine einfache Möglichkeit ist zum Beispiel, ein bis zwei Hübe von einem Dosieraerosol  (Reliever-Medikament) vor dem Sport zu inhalieren. Auch solltest du nicht sofort "volle Kanne" losrennen, sondern dich erst einmal aufwärmen.

Oben wurde gesagt, dass insbesondere das Schwimmen sehr gut ist. Warum?

Beim Schwimmen gibt es so gut wie nie Anstrengungsasthma. Außerdem werden beim Schwimmen alle Muskeln trainiert.

Letztendlich ist es jedoch egal, welchen Sport du treibst, Hauptsache ist, dass du Sport machst! Am besten geht das in einem Verein. Schau mal in deinem Heimatort nach, was dort angeboten wird. Du wirst sicher etwas finden, was dir gefällt. Frag einfach nach.

Diese Frage lässt sich nur sehr schwer beantworten, da das "Verschwinden" vom Asthma von sehr vielen Dingen abhängig ist.

Allgemein gilt leider: einmal Asthma, immer Asthma. ABER man kann viel machen, dass es kein schlimmes Asthma wird:

Halte dich an die Therapie, die dein Kinderarzt oder wir verordnet haben.

Fange NICHT an zu RAUCHEN!

Bei ungefähr jedem dritten Kind wird in der Pubertät das Asthma besser. Dieses gilt vor allem für Kinder:

  • die noch nicht lange Asthmatiker sind
  • die nicht selbst rauchen
  • die nur ein leichtes Asthma haben
  • bei denen nur wenige Allergien vorliegen
  • wo zu Hause nicht geraucht wird

Leider weiß man inzwischen, dass das Asthma im Alter von etwa 30 Jahren häufig wiederkommt. Auch hier trifft es die Raucher viel heftiger.


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