So früh wie möglich

Der Begriff Frührehabilitation wurde durch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation festgelegt. Ziel ist die frühestmögliche, intensive und interdisziplinäre Behandlung von Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen und/oder anderen schweren Beeinträchtigungen von Hirnfunktionen, welche Lebensfähigkeit und Selbstständigkeit anhaltend oder dauerhaft gefährden.

Idealerweise beginnt die Behandlung bereits auf der Intensivstation, alternativ muss die Station, wie bei uns, für die Durchführung neurochirurgisch-intensivmedizinischer Therapien inklusive des erforderlichen invasiven und nichtinvasiven Monitoring ausgerüstet sein, um eine Verlegung in den Frührehabereich zu ermöglichen. Die Neurorehabilitation beruht auf der Plastizität des Gehirns als Grundlage des so genannten Rehapotentials. Ohne Rehapotential kann es keine Wiederherstellung gestörter Funktionen geben, das neurologische Ausfallsbild wird zum dauerhaften Defekt. In diesem Sinne setzt die Durchführung von Frührehabilitation die Durchführung umfangreicher klinischer, radiologischer und neurophysiologischer Diagnostik voraus. Diese dient auch der Erfolgskontrolle, die sowohl in national wie auch in international standardisierten Skalen dokumentiert wird.

Indikationen

Das Department ZNS ist in die Klinik für Neurochirurgie integriert, daher sind die Indikationen auf neurochirurgische Erkrankungen beschränkt. Das bedeutet, dass bei den Patienten eine neurochirurgische Behandlung erforderlich ist oder durchgeführt wurde. Hauptsächlich handelt es sich dabei um:

  • Schädelhirntraumen
  • Subarachnoidalblutungen (SAB) bei cerebralen Gefäßmissbildungen
  • Spontane intracerebrale Blutungen (ICB)

Andere Indikationen bedürfen der individuellen Absprache mit der Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie und/oder dem Departmentleiter ZNS.


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