Wenn einen der Schlag trifft

Ein Schlaganfall ist ein Notfall, bei dessen Behandlung buchstäblich jede Minute zählt. Das Gehirn ist das anfälligste Organ für Durchblutungsstörungen, pro Minute, die die Behandlung verzögert eingeleitet wird, sterben etwa zwei Millionen Nervenzellen und zwölf Kilometer Nervenbahnen ab. Die Klinik für Schlaganfall- und Beatmungsmedizin unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Martin Ritter ist perfekt darauf vorbereitet, Patienten mit einem möglichen Schlaganfall sofort zu versorgen.

Es ist wichtig, für jeden einzelnen Patienten die optimale Vorgehensweise festzulegen und schnellstmöglich die Behandlung einzuleiten. Hierfür spielt außer der klinischen Untersuchung auch die sogenannte bildgebende Diagnostik, also die modernen Möglichkeiten der Radiologie, eine große Rolle. Tag und Nacht steht uns hierfür die Klinik für Neuroradiologie unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Christoph Mönninghoff und Dr. Thomas Niederstadt  zur Verfügung. Computertomografen (CT), Magnetresonanztomografen (MRT) und Geräte zur Darstellung der Blutgefäße im Gehirn (Angiographie) liefern wichtige Informationen zu Art und Umfang des Schlaganfalls.

Alle modernen Sofortmaßnahmen wie das Auflösen des Blutpfropfens mit Medikamenten (intravenöse Lysetherapie) unter Anleitung eines erfahrenen Neurologen, das Absaugen oder die Bergung der Verstopfung in einer Art Körbchen über einen dünnen Katheter (mechanische Thrombektomie) sind in der Klinik für Schlaganfallmedizin ebenso möglich wie die Anlage von Gefäßprothesen in die Blutgefäße innerhalb und außerhalb des Gehirns (Stents). Zusammen mit der Klinik für Neurochirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Uta Schick können auch Patienten mit Hirnblutungen sofort versorgt werden, sowohl operativ als auch nicht operativ. Auch die Entfernung von Teilen der Schädeldecke bei Schwellungen durch einen Schlaganfall wird im Clemenshospital durchgeführt. Für die Überwachung selbstständig atmender und wacher Patienten stehen im Bereich der Observation spezielle Monitoringbetten zur Verfügung. Schwerst erkrankte Patienten werden auf der interdisziplinären Intensivstation behandelt.

Nicht alle Menschen mit plötzlichen neurologischen Einschränkungen haben tatsächlich einen Schlaganfall. Andere Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen, die genaue Ursachensuche ist überaus wichtig für die weitere Behandlung. Auch Patienten mit entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems, epileptischen Anfällen und auch weniger dramatischen akuten Ausfallserscheinungen werden in der Klinik für Schlaganfall- und Beatmungsmedizin umfassend behandelt. Hierzu steht ein Team von insgesamt fünf Fachärzten für Neurologie zur Verfügung.

Beatmungsmedizin

Aus unterschiedlichen Gründen müssen Menschen manchmal zeitweise oder dauerhaft künstlich beatmet werden. Ein wichtiges Ziel der Beatmungsmedizin ist, die Betroffenen nach Möglichkeit nach und nach von der künstlichen Beatmung zu entwöhnen. Unser neurologisches Wissen hilft den Patienten dabei, vor allem wenn neuromuskuläre Ursachen dafür verantwortlich sind, dass eine Entwöhnung von der künstlichen Beatmung oder einer Trachealkanüle („Luftröhrenschnitt“) fehlschlägt. Manchmal ist eine chronische Schwäche der Atemmuskulatur durch Muskel- oder Nervenkrankheiten die Ursache. Derartige Störungen können auch nach Schlaganfällen oder im Rahmen von neurodegenerativen Erkrankungen auftreten.

Häufig haben die Patienten mehrere Probleme gleichzeitig und können zum Beispiel aufgrund einer Lungenkrankheit in Kombination mit einer neurologischen Erkrankung nicht oder nur verzögert von der Beatmung entwöhnt werden. Deswegen erfolgt die Versorgung der Patienten zusammen mit der Klinik für Innere Medizin II – Pneumologie unter der Leitung von Dr. Andreas Gröschel. Auch eine chronische Schluckstörung, die immer wieder dazu führt, dass die Patienten ihre Atemwege nicht selbst schützen können, wird vom Team der Klinik für Schlaganfall- und Beatmungsmedizin behandelt. Hierbei geht es unter anderem darum, herauszufinden, ob die Beatmungskanüle entfernt werden kann oder ob eine dauerhafte Versorgung mit einer Trachealkanüle notwendig ist. Manchmal lohnt sich nach einer gewissen Zeit der Erholung eine nochmalige Aufnahme auf unserer Station mit dem erneuten Versuch, die Versorgung mit einer Kanüle oder einem Beatmungsgerät zu beenden.

Anmeldung Weaning-Station

(0251) 976-2821


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