Zukunftsweisende Erfolge in Vergangenheit und Gegenwart

Schon immer war das Clemenshospital in seiner langen Geschichte ein Haus, das sich ständig erneuert hat zum Wohl der Patienten. Ursprünglich war die Einrichtung im Stadtkern von Münster an der Stubengasse gleich neben der Clemenskirche angesiedelt. Heute steht das Haus am Düesbergweg.

1732 begann die Geschichte der Klinik, als der damalige Fürstbischof Clemens August von Bayern durch eine Stiftung das Clemenshospital gründete. 1754 war der Neubau des Krankenhauses fertig, der nach Plänen des Barockbaumeisters Johann Conrad von Schlaun errichtet wurde. In 16 Betten wurden die Patienten betreut von den Barmherzigen Brüdern des heiligen Johannes von Gott. Sie hatten bereits am Neuplatz (heute Schlossplatz) Kranke in vier Betten betreuen können. Diese Einrichtung war allerdings nur angemietet.

Napoleon bewirkte 1811, dass die kirchliche Stiftung in die Trägerschaft der Stadt Münster überführt wurde. Die Barmherzigen Brüder mussten gehen. Nach langer vergeblicher Suche wurde die Pflege der Kranken 1820 den Barmherzigen Schwestern anvertraut, die sich als Orden erst am 1. November 1808 gegründet hatten. Sie übernahmen ein baufälliges Haus mit 20 Betten. Johann Hermann Hüffer, Verleger und Politiker aus Münster, förderte die Entwicklung des Krankenhauses zu einem anerkannten Haus.

Das Hospital wuchs in den folgenden Jahrzehnten durch den unermüdlichen Einsatz der Schwestern auf 396 Betten an. Ihr Engagement im Clemenshospital führte dazu, dass sie in der Bevölkerung als „Clemensschwestern“ bezeichnet wurden. 1938 gehörte das Hospital zu den größten und renommiertesten Einrichtungen der Region. Moderne Geräte und ebenso moderne Methoden der Behandlung übten magnetische Wirkung auf Patienten aus, die dafür sogar eine weitere Anreise in Kauf nahmen.

Die Bombenangriffe 1943 und 1944 auf Münster beendeten diese Erfolgsgeschichte vorerst. Zwei Mal musste das Haus komplett evakuiert werden. Die Kriegszerstörungen machten eine weitere Nutzung der Gebäude unmöglich. Nach vielen Übergangsstationen in Münster begann in den 1950er Jahren der Neustart.

600 Pfähle

wurden in der Erde verankert, um das Clemenshospital am Düesbergweg zu sichern

Am neuen Standort zum modernen Gesundheitszentrum

1952 legte die Stadt Münster die Verantwortung für die Einrichtung in die Hände der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern. Fünf Jahre später begannen die Planungen für den Neubau des Clemenshospitals am Düesbergweg in Münster, die den Architekten Stevens und Weischer aus Münster übertragen wurden. 1958 begannen die Vorarbeiten für den Neubau. Zur Sicherung des neuen Gebäudes wurden insgesamt 600 Pfähle acht und zwölf Meter tief in der Erde verankert.  1962 war der Neubau bezugsfertig. Aus der Vogelperspektive erschloss sich die Struktur des Hauses, das in der Form des Buchstaben „H“ angelegt wurde. Behandlungs- und Bettentrakte wurden strikt getrennt. Einige Nebengebäude ergänzten das Haupthaus. Sie sicherten die Versorgung der Patienten und boten dem Personal Wohnraum. Dazu wurde ein Park angelegt.

Seit der Aufnahme des Krankenhausbetriebs im neuen Clemenshospital 1962 kamen weitere Gebäude und Innovationen in der Behandlung von Patienten hinzu. Die Abteilungen der Chirurgie, der Inneren Medizin, der Gynäkologie und Geburtshilfe, der Kinderheilkunde und Röntgenologie wurden ergänzt durch die Fachbereiche der Neurochirurgie, der Anästhesiologie, der operativen Intensivmedizin und der Thoraxchirurgie.

Heute hat sich das Haus zusätzlich als Zentrum für Darmerkrankungen, Lungenkrebs, Neuroonkologie, Hypertonie, Diabetes und Psychoonkolgie überregional etabliert. Die Angebote werden ergänzt durch den Sozialdienst, die Ernährungsberatung, die Physiotherapie eine Kurzzeitpflege und viele weitere, unterstützende Bereiche. Die Rundumversorgung der Patienten, die häufig mehrere Erkrankungen erdulden müssen, ist damit auch in der Zukunft gesichert.

Zum Jahreswechsel 2015/2016 erfolgte der Zusammenschluss mit den Alexianern, der als "Zukunftsvertrag" den Weg in die Zukunft weist. Anfang 2017 starteten die umfangreichsten Baumaßnahmen in der Geschichte des Krankenhauses seit seiner Errichtung am Düesbergweg. Voraussichtlich Ende 2020 präsentiert sich das Clemenshospital mit einem neuen Bettenhaus, einem großzügigen Foyer und einer dreigeschossigen Tiefgarage.


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