Die späten Folgen von Asbest

Schon früh stellte sich heraus, dass mikroskopisch kleine Asbest-Fasern, die der Körper nicht abbaut, Lungenkrebs verursachen können. Mitunter viele Jahre später können diese Fasern dazu führen, dass sich sogenannte Mesotheliome entwickeln – eine besonders aggressive Krebsart, die hauptsächlich das Brustfell betrifft. Am Clemenshospital wurde das erste Mesotheliom-Zentrum der Region gegründet, um die Behandlung von Betroffenen optimal zu planen und umzusetzen.

Obwohl die Verwendung von Asbest bereits seit Jahrzehnten verboten ist, befinden sich die Mesotheliom-Fälle in Deutschland aktuell auf ihrem Höhepunkt. Zwischen dem Einatmen der Fasern und dem Ausbruch der Krankheit liegen zwischen 15 und 50 Jahren. Grund für diese lange Zeitspanne ist das langsame „Ausschleusen“ der Fasern durch das Lungengewebe. Erst wenn sich diese außerhalb der Lunge befinden, können sie im Brustfell die gefürchteten Tumoren hervorrufen. Mit einem Ende des Auftretens von Mesotheliomen durch Asbest rechnen die Experten erst um das Jahr 2060.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und die Deutsche Krebsgesellschaft haben sich gemeinsam für die Gründung eines Mesotheliom-Zentrums eingesetzt. Grundvoraussetzung  hierfür ist ein bereits bestehendes, zertifiziertes Lungenkrebszentrum wie das des Clemenshospitals. Das Mesotheliom-Zentrum steht unter der Leitung des Chefarztes der Klinik für Thorax-Chirurgie, Prof. Dr. Peter Feindt, weitere Kooperationspartner sind die Kliniken für Radiologie, Strahlentherapie, Onkologie und Lungenheilkunde sowie das Institut für Pathologie am Clemenshospital.
 


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