„Bei Menschen über 50 haben die Vorsorgeuntersuchungen erfreulicherweise dafür gesorgt, dass die Darmkrebs-Häufigkeit gesunken ist. Seit einigen Jahren beobachten wir allerdings eine beunruhigende Zunahme von Darmkrebserkrankungen bei jüngeren Personen“, berichtet Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dirk Domagk leitet Hoffmann das Darmkrebszentrum Clemenshospital / Portal 10. Das Clemenshospital ist ein Krankenhaus des Alexianer-Verbunds.
Um eine Darmkrebserkrankung bereits in einem Stadium zu erkennen, in dem die Heilungsaussichten gut sind, sind sowohl eine sehr präzise Diagnostik, als auch eine auf den individuellen Fall abgestimmte Therapie wesentlich. Im Darmkrebszentrum Clemenshospital / Portal 10 wird dies durch eine Kombination aus Untersuchungsgeräten der neuesten Generation und dem engen Austausch zahlreicher erfahrener Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete gewährleistet. „Wir verwenden in unserem Darmkrebszentrum ein Gerät zur Endosonografie, das deutschlandweit einmalig ist“, wie Domagk erläutert. Bei der Endosonografie werden Ultraschalluntersuchungen nicht mit einem Schallkopf durch die Hautoberfläche, sondern mit einem speziellen Endoskop zum Beispiel direkt im Darm vorgenommen. Eine leistungsstarke künstliche Intelligenz sorgt dann dafür, dass aus Rauschen klare Bilder werden, auf denen selbst kleinste Veränderungen im Gewebe sichtbar werden. Prof. Dr. Dirk Domagk ist zum Jahreswechsel als Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie an das Clemenshospital gewechselt, vorher war er über zehn Jahre lang einer der Leiter des Darmzentrums im Warendorfer Josephs-Hospital.
Die Diagnostik ist eine Sache, die Therapie eine andere, „Die Behandlung von Krebserkrankungen im Enddarm wird zunehmend komplexer. Immuntherapie, Bestrahlung, Chemotherapie und Operation, wir haben heute viele Pfeile im Köcher, um im Team die bestmögliche Therapie zu entwickeln. Welches Vorgehen beim jeweiligen Patienten am erfolgversprechendsten ist, besprechen wir in regelmäßigen Tumorkonferenzen, in denen alle beteiligten Fachabteilungen gemeinsam jeden neuen Fall intensiv diskutieren“, berichtet Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Nicht nur innerhalb der Clemenshospitals ist das Darmkrebszentrum stark vernetzt, auch mit zahlreichen Praxen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte findet ein enger Austausch statt. Das Darmkrebszentrum ist außerdem Teil der Münsteraner Allianz gegen Krebs – MagKs. „Ob sich der Darmkrebs in einem frühen oder fortgeschrittenen Stadium befindet, oder ob die Erkrankung im jungen oder fortgeschrittenen Alter auftritt, das multiprofessionelle Team des Darmkrebszentrums Clemenshospital / Portal 10 stellt sich auf jeden Patienten und jede Patientin und deren Bedürfnisse individuell ein“, betonen Hoffmann und Domagk.