Hohe Kompetenz und enger Austausch

Ein Krankenpfleger bringt einer Patientin Medikamente
Medizin, Pflege, Therapie und supportive Dienste arbeiten in der MAgKs Hand in Hand

, Münsteraner Allianz gegen Krebs - MAgKs

Die Krebsbehandlung innerhalb der „Münsteraner Allianz gegen Krebs – MAgKs“

„Ich sah aus, als ob ich Mumps hätte!“, erinnert sich Sabrina Möller. Die ungewöhnliche Schwellung am Hals ließ ihren Hausarzt allerdings hellhörig werden, er riet seiner Patientin zur genaueren Untersuchung den Gang in die Raphaelsklinik. Bei der Ultraschalluntersuchung fiel den Expertinnen und Experten dort schnell auf, dass im Bereich des Zungengrunds etwas war, was dort nicht hingehörte, möglicherweise ein Tumor. Um dem auf den Grund zu gehen, erfolgte die schnelle Überleitung in die Fachklinik Hornheide. Die Raphaelsklinik und das Clemenshospital, beides Kliniken des Alexianer-Verbunds, sind als übergreifendes Zentrum gemeinsam mit der Fachklinik Hornheide Träger der „Münsteraner Allianz gegen Krebs – MAgKs“.

Wöchentlich treffen sich die Expertinnen und Experten der drei Kliniken per Video zur gemeinsamen Tumorkonferenz, in der jeder neue Fall gemeinsam besprochen wird, so auch der von Sabrina Möller. Spezialisiert und zertifiziert auf solche Tumoren im Kopf- und Halsbereich ist die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie inklusive der Sektion Hals, Nasen und Ohrenheilkunde der Fachklinik Hornheide. Dort bestätigte sich der erste Verdacht, Sabrina Möller hatte ein sogenanntes Zungengrundkarzinom, Verursacht durch das HPV-Virus.

Schnell war klar, dass eine Operation aufgrund der Ausdehnung des Tumors in diesem Fall nicht infrage kommt, „Es hätten große Teile der Zunge entfernt werden müssen, was zu massiven Einschränkungen beim Sprechen und Essen geführt hätte“, wie Priv.-Doz. Dr. Jan Kriz, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie des Clemenshospitals, erläutert. Diesen Verlust an Lebensqualität wollten die Ärztinnen und Ärzte der MAgKs der Patientin unbedingt ersparen, zumal es eine gute Alternative gibt. „Wir haben uns gemeinsam zu einer sogenannten Radio-Chemotherapie entschieden, bei der die Bestrahlung und die Chemotherapie im gleichen Zeitraum vorgenommen werden“, wie Kriz berichtet.

40 Bestrahlungstermine, begleitet von Chemotherapiegaben hat Sabrina Möller in knapp neun Wochen hinter sich gebracht, alles ambulant. „Wenn es Probleme gegeben hätte, wäre immer ein Bett auf der interdisziplinären onkologischen Station im Clemenshospital für Frau Möller frei gewesen“, wie Kriz beruhigt. Nach der Behandlung mussten sowohl in der Fachklinik Hornheide, als auch im Clemenshospital regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden mit dem Ergebnis, dass der Tumor inzwischen nicht mehr nachweisbar ist, Sabrina Möller gilt als geheilt. „Die Zeit der Behandlung war sehr anstrengend, aber ich wusste ja, dass es keine Alternative gibt. Es hieß für mich immer Augen zu und durch!“ Prominente Leidensgenossen von Sabrina Möller sind der Schauspieler Michael Douglas und der Rocksänger Bruce Dickinson, die den gleichen Tumor hatten und bei denen die gleiche Form der Behandlung durchgeführt wurde.

„Eine Heilung dieser Erkrankung erreichen wir nur mit einer sehr intensiven Therapie. Hier sind modernste Geräte wie zum Beispiel der neue Linearbeschleuniger des Clemenshospitals natürlich wichtig. Mindestens ebenso grundlegend sind die Erfahrung der behandelnden Medizinerinnen und Mediziner und deren ständiger Austausch untereinander. So wie es innerhalb der Münsteraner Allianz gegen Krebs seit vielen Jahren der Fall ist, sogar zwischen unterschiedlichen Klinikträgern“, betont Kriz.