Bereits auf erste Anzeichen reagieren

Dr. Schäfer im Gespräch mit einer Patientin
Dr. Sebastian Schäfer (l.) ist Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals.

, Clemenshospital, Münster Münsteraner Allianz gegen Krebs - MAgKs

Welt-Eierstockkrebstag: Ovarialkarzinom ist selten aber gefährlich

Der 8. Mai gilt weltweit als Gedenktag, um auf Eierstockkrebs aufmerksam zu machen. Diese Form der Krebserkrankung ist zwar selten, aber besonders gefährlich, wie Dr. Sebastian Schäfer, Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals, einem Krankenhaus des Alexianer-Verbunds, erläutert. „Leider verursacht das Ovarialkarzinom, so lautet der medizinische Fachbegriff für Eierstockkrebs, zu Beginn meist keine Beschwerden. Wenn Frauen, vor allem im höheren Alter – am häufigsten betroffen sind Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr - verstärkte Müdigkeit, eine Zunahme des Bauchumfangs, möglicherweise gemeinsam mit unklarem Fieber, starkem Nachtschweiß und ungewolltem Gewichtsverlust bemerken, sollten sie umgehend einen Frauenarzt aufsuchen“, empfiehlt der Gynäkologe. 

Da die Veränderungen oft nur schleichend auftreten, werden sie häufig nicht oder erst verzögert wahrgenommen. Wenn dann weitere ablenkende Faktoren hinzukommen, wie zum Beispiel die Übernahme der Pflege naher Angehöriger, fehlt oft der Blick für Veränderungen im Bereich des eigenen Körpers. „Wenn der Partner verstirbt oder die Belastung aus anderen Gründen nachlässt, nehmen diese Frauen die entsprechenden Symptome teilweise erstmalig wahr. Dann befindet sich der Krebs jedoch häufig bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Dreiviertel aller Ovarialkarzinome werden erst spät erkannt“, warnt Schäfer. Eierstockkrebs kann grundsätzlich auch im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung auffallen. Da allerdings frühe Veränderungen und insbesondere der Übergang von einer Krebsvorstufe zu einer Krebserkrankung der Ultraschalldiagnostik regelhaft entgehen, gehört diese Untersuchung nicht zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt. Durchgeführt wird der Ultraschall natürlich zur Abklärung von gynäkologischen Beschwerden. Dabei sind moderne Ultraschallgeräte, so Schäfer, inzwischen so leistungsfähig, dass eine solche Untersuchung grundsätzlich sinnvoll ist.

Wird ein Ovarialkarzinom diagnostiziert oder erhärtet sich der Verdacht darauf, ist nach ausführlicher Planung mittels CT, Magen- und Darmspiegelung, eine Operation in ausgewiesenen Zentren unumgänglich. Diese verfolgt das Ziel alle erkennbaren Tumoranteile komplett zu entfernen um die Grundlage für die Heilbarkeit der Erkrankung zu legen. „Im Anschluss folgt bei Bestätigung meist eine Chemotherapie und, je nach Fall, eine weiterführende sogenannte Erhaltungstherapie. Sie soll verbliebene Tumorzellen bekämpfen und ein Wiederauftreten der Erkrankung verhindern“, erklärt Dr. Rüdiger Liersch, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin des Clemenshospitals sowie Leiter der „Münsteraner Allianz gegen Krebs – MAgKs“. In selteneren Fällen kann es auch sinnvoll sein mit einer Chemotherapie vor der Operation bereits zu starten. Da etwa zehn bis 20 Prozent der Erkrankungen erblich bedingt sind, raten Liersch und Schäfer insbesondere weiblichen Angehörigen von Betroffenen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und bei Nachweis erblicher Risikofaktoren die sogenannte intensivierte Vorsorge, sowie im Einzelfall auch prophylaktische Operationen durchführen zu lassen. Dabei muss nicht nur an das mögliche Auftreten von Eierstockkrebs, sondern insbesondere auch von Brustkrebs gedacht werden.

Gerne stehen Dr. Sebastian Schäfer und Dr. Rüdiger Liersch bei Fragen auch beratend zur Verfügung. Termine können unter (0251) 976-2551 in der Frauenklinik oder in der Geschäftsstelle der MAgKs unter (0251) 976-5293 angefragt werden.