Das Risiko für Patientinnen und Patienten minimieren

Auf dem Foto stehen Dr. Calliess, Prof. Möllenhoff, Dr. Egen und Prof. Perka vor Gut Havichhorst
Organisierten das 21. Endoprothetikforum (v.l.): Priv.-Doz. Dr. Tilman Calliess, Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff, Dr. Bernhard Egen und Prof. Dr. Carsten Perka.

, Raphaelsklinik, Münster

21. Endoprothetikforum beschäftigt sich unter anderem mit Aspekten der Patientensicherheit

Große Resonanz für eine der bedeutendsten medizinischen Tagungen im Bereich des künstlichen Gelenkersatzes: Das 21. Endoprothetik Forum Münster war bereits Monate vor Beginn vollständig ausgebucht. Am 20. und 21. März trafen sich zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten, um aktuelle Entwicklungen rund um Hüft- und Knieprothesen zu diskutieren und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse auszutauschen. „Unser Ziel ist es, den Einsatz künstlicher Gelenke für Patientinnen und Patienten immer sicherer zu machen. Dazu gehört, bewährte operative Erfahrung mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und innovativen Technologien zu verbinden. Der Austausch zwischen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Ländern hilft uns, Risiken weiter zu reduzieren und die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern“, wie Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Raphaelsklinik und Mitorganisator der Tagung, betont. Die Raphaelsklinik ist ein Krankenhaus des Alexianer-Verbunds. 

Seit über zwei Jahrzehnten ist das Forum eine feste Größe im nationalen Fortbildungskalender für Endoprothetik. Mit regelmäßig 300 Teilnehmenden aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ist die Veranstaltung durchweg ausgebucht – ein Zeichen für ihre hohe fachliche Relevanz. Die wissenschaftliche Leitung hatten Prof. Dr. Carsten Perka von der Berliner Charité, Priv.-Doz. Dr. Tilman Calliess von der articon Spezialpraxis für Gelenkchirurgie in Bern und Prof. Dr. Gunnar Möllenhoff aus der Raphaelsklinik Münster. Mit Calliess war erstmals ein nicht in Deutschland tätiger wissenschaftlicher Leiter beteiligt. Dadurch wurde der Blick gezielt auf die Schweiz und die dort praktizierten Versorgungsstrategien erweitert, insbesondere auf das perioperative Management – also die strukturierte Betreuung vor, während und unmittelbar nach einer Operation. Der internationale Vergleich lieferte wertvolle Impulse für mehr Patientensicherheit.

Unter dem Leitthema „Endoprothetik im Spannungsfeld zwischen Erfahrung und Innovation“ ging es darum, bewährte Operationsmethoden mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden. Für Patientinnen und Patienten heißt das: Eingriffe noch sicherer machen, Risiken weiter senken und durch moderne Implantate Schmerzen lindern sowie Beweglichkeit verbessern. Diskutiert wurden unter anderem die sorgfältige Operationsvorbereitung, neue Implantattechnologien und Strategien zur Vermeidung von Infektionen – eine der größten Herausforderungen beim Einsatz künstlicher Gelenke.

Breiten Raum nahm auch die Krankenhausreform mit der Einführung sogenannter Leistungsgruppen ein. In Nordrhein-Westfalen sind diese bereits verbindlich umgesetzt, in anderen Bundesländern stehen Entscheidungen noch aus. Ziel ist es, bestimmte Operationen nur noch an besonders qualifizierten Standorten durchführen zu lassen. Die Raphaelsklinik ist einer dieser qualifizierten Standorte und versorgt Patientinnen und Patienten mit Knie- und Hüftendoprothesen. 

Das Endoprothetik Forum genießt bundesweit wissenschaftliche Anerkennung. Führende Expertinnen und Experten präsentieren aktuelle Studien und Behandlungsstandards; die zertifizierte Veranstaltung dient der kontinuierlichen ärztlichen Fortbildung und trägt wesentlich dazu bei, die Versorgungsqualität dauerhaft hoch zu halten. Angesichts von jährlich mehreren hunderttausend eingesetzten Hüft- und Knieprothesen in Deutschland haben diese Entwicklungen direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität vieler Betroffener.