Eine tickende Zeitbombe

23.05.18

Siegfried Thiemann hatte Glück im Unglück, durch einen Zufall wurde bei ihm während einer Routineuntersuchung vor 18 Jahren eine Aussackung der Bauchschlagader entdeckt, ein Bauchaortenaneurysma. „Eine solche Veränderung macht leider keine Beschwerden“, erklärt Dr. Jean-Nicolas Beck, Leitender Oberarzt (Gefäßchirurgie) der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Clemenshospitals. Dabei handelt es sich um eine tickende Zeitbombe. Sollte eine solche Aussackung platzen, besteht wegen des großen Blutverlustes akute Lebensgefahr. Für Siegfried Thiemann bedeutete die Diagnose zunächst, dass er regelmäßig zum Arzt gehen musste, um die Größe des Aneurysmas überwachen zu lassen. „Wenn die Aussackung eine Größe von fünf Zentimetern erreicht, muss gehandelt werden“, erklärt der Gefäßchirurg.

Im Januar war es so weit, über kleine Schnitte in der Leistengegend wurde mit einem Katheter unter Röntgenkontrolle ein elastisches Metallgeflecht, ein sogenannter Stent, eingesetzt. Der Eingriff unter Vollnarkose dauert zwischen einer und drei Stunden, je nach Patient. „Nach dem Eingriff musste ich zwei Tage im Bett liegen, Schmerzen hatte ich aber nicht. Nach einer Woche konnte ich nach Hause gehen“, berichtet der 77-Jährige Dülmener. „Es gibt für Patienten nach einem solchen Eingriff keine Einschränkungen, in der ersten Zeit muss nur mit regelmäßigen Ultraschall-Untersuchungen überwacht werden, dass alles gut verläuft“, erklärt Beck.

Den Betroffenen kommen die Fortschritte in der Medizin zugute: „Die moderne Technik ermöglicht heutzutage, viele Eingriffe mit einem Katheter vorzunehmen, für die früher große Bauchoperationen notwendig waren. Das ist für den Patienten wesentlich weniger belastend“. Gerade Patienten, die älter als 65 Jahre sind, empfiehlt Dr. Jean-Nicolas Beck dringend, bei der Vorsorgeuntersuchung auch die Bauchschlagader untersuchen zu lassen. „Wenn in Ihrer Familie bereits jemand ein Bauchaortenaneurysma hatte, Sie Raucher sind oder einen erhöhten Blutdruck haben, sollten Sie diese Untersuchung unbedingt bereits in jüngerem Alter wahrnehmen“, rät der Gefäßchirurg.

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