Spende erleichtert Mukoviszidose-Patienten das Atmen

30.09.19, Clemenshospital

Es gibt Dinge bei denen man sich fragt, warum da vorher noch niemand drauf gekommen ist. Ein solches Gerät ist der Simeox, der jetzt dank einer Spende der CF-Selbsthilfegruppe Osnabrück in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Clemenshospitals zum Einsatz kommt. Der zweite stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Bremer und der erste Beisitzer des Vereins, Thomas Silies, kamen persönlich nach Münster, um die Spende zu übergeben.

CF steht für cystische Fibrose, besser bekannt als Mukoviszidose. Bei der Behandlung dieser tückischen Erbkrankheit, bei der in erster Linie die Lunge betroffen ist, hat das Clemenshospital eine Spitzenposition in der Region inne. Mukoviszidose lässt den Schleim in der Lunge zäh und schwer abhustbar werden. Das Gerät im Wert von 6683 Euro überträgt über die Atemluft Vibrationen in die Lunge, also genau dorthin, wo der Schleim gelöst werden muss, damit dieser leichter abgehustet werden kann. „Wir setzen das Gerät dort ein, wo unsere Übungen nicht mehr weiterhelfen“, erläutert die Physiotherapeutin Ramona Brandt. Bevor der Simeox angeschafft wurde, hat er im Clemenshospital einen Probelauf absolviert, dessen Erfolg alle Beteiligten beeindruckt hat.

„An der Entwicklung dieses Gerätes war der Vater eines an Mukoviszidose erkrankten Kindes maßgeblich beteiligt. Bis zur Marktreife war es allerdings ein langer Prozess, an dem zahlreiche Wissenschaftler und Ingenieure lange getüftelt haben, bis die spezifischen Druckschwankungen des Luftstroms diese beeindruckende Wirkung entfalten konnten“, berichtet Brandt. Die Anwendung hingegen ist sehr einfach. Der Patient atmet ganz normal über ein Mundstück, das über einen Schlauch mit dem Gerät verbunden ist. Der Luftstrom vibriert in unterschiedlichen Stärken und bewirkt auf diese Weise die Schleimlösung.