Trigeminusneuralgie – Wie ein Schlag ins Gesicht

Eine Frau mit Schmerzen
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, Clemenshospital

Schon ein leichter Windzug kann ausreichen, um bei den Betroffenen wie aus heiterem Himmel rasende Schmerzattacken im Gesicht auszulösen. Die Trigeminusneuralgie verursacht blitzartige Schmerzen, die zu den stärksten gehören, die beim Menschen auftreten können. „Der Trigeminusnerv ist für die Gefühlswahrnehmung des Gesichts, der Schleimhäute in Mund und Nase sowie der Hornhaut und motorisch für die Kaumuskulatur zuständig“, erläutert die Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick. Der Nerv verzweigt sich in drei Hauptäste, die Stirn, Ober- und Unterkiefer versorgen. Je nachdem, welcher Ast betroffen ist, tritt der Schmerz im jeweiligen Gesichtsbereich auf.

Meistens wird eine Trigeminusneuralgie von einem Blutgefäß verursacht, der oberen Kleinhirnarterie, die in unmittelbarer Nähe zum Trigeminusnerv am Eintritt in den Hirnstamm verläuft. Drückt dieses Blutgefäß auf den Nerv, können heftige Schmerzattacken die Folge sein. „Auslöser sind oft Reize wie Berührungen im Gesicht, Kauen oder Zähneputzen. Ob eine Trigeminusneuralgie vorliegt oder nicht, ist eine klinische Diagnose. Vor der Operation muss ein MRT durchgeführt werden, um einen Tumor auszuschließen und einen möglichen Gefäß-, Nervenkontakt nachzuweisen“, wie die Neurochirurgin berichtet. Nicht selten wird eine Trigeminusneuralgie zunächst übersehen und fälschlicherweise für Zahnschmerzen gehalten, woraufhin oft mehrere Zähne gezogen werden, bevor die tatsächliche Ursache erkannt wird. Oft helfen bereits Medikamente, die normalerweise gegen Epilepsie eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Diese werden allerdings von vielen Menschen schlecht vertragen, in diesem Fall kann eine Operation sehr gut helfen.

Am häufigsten wird die sogenannten Jannetta Methode angewendet, bei der zwischen Nerv und Blutgefäß ein kleines Polster eingebracht wird, das entweder aus eigenem Muskelgewebe oder aus schwammartigem Teflon besteht. „Der Eingriff dauert in der Regel etwa zweieinhalb Stunden. Unmittelbar nach der erfolgreichen Operation sind die Schmerzen verschwunden. Dann müssen noch die Medikamente langsam abgesetzt werden und der Patient ist mit einer Erfolgschance von 80 Prozent geheilt“, macht Prof. Dr. Uta Schick den Betroffenen Hoffnung. Der Eingriff sollte an einer Klinik mit einer spezialisierten Neurochirurgischen Abteilung wie dem Clemenshospital durchgeführt werden, die Nähe des Gehörnervs und des Gesichtsnervs erfordert vom Neurochirurgen sehr viel Erfahrung.