„Die Erfolgschancen liegen bei diesem Eingriff bei über 95 Prozent.“ Was der Chefarzt der Frauenklinik des Clemenshospitals, Dr. Sebastian Schäfer, so verheißungsvoll beschreibt, ist die Goldnetz-Methode zur Behandlung von sehr starken oder außergewöhnlich langanhaltenden Regelblutungen, der sogenannten Menorrhagie. Diese Methode, die unter Münsters Kliniken nur vom Clemenshospital, einem Krankenhaus der Alexianer, durchgeführt wird, ist nicht nur erfolgversprechend, sondern im Vergleich zu anderen Therapiemethoden besonders schonend. Während des Eingriffs unter Narkose wird ein zusammengefaltetes, mit Gold beschichtetes Netz mit einem speziellen Instrument eingeführt und in der Gebärmutterhöhle entfaltet. „Erst wenn das System richtig positioniert ist, kann es entfaltet werden, vorher ist dies nicht möglich“, beschreibt Schäfer einen Sicherheitsmechanismus, der Verletzungen verhindert.
Wenn das Netz korrekt auf der Gebärmutterschleimhaut liegt, wird elektronisch überwacht für einige Sekunden Strom durch das Goldnetz geleitet, das sich daraufhin erwärmt. Auf diese Weise wird die Gebärmutterschleimhaut verödet und kann nicht mehr bluten. „Nach der Behandlung ist es nicht mehr möglich, Kinder zu bekommen, darum sollte die Familienplanung abgeschlossen sein“, wie der Chefarzt erläutert, betont allerdings, dass dies auch bei anderen Behandlungsmethoden der Menorrhagie der Fall sei. Die Goldnetz-Methode kann sogar eine komplette Entfernung der Gebärmutter vermeiden, wie Dr. Sebastian Schäfer sagt. Das geringe Verletzungsrisiko, die niedrige Komplikationsrate im Vergleich zur hohen Erfolgsquote und das seltene Auftreten von Narbengewebe sind aus Sicht des Gynäkologen weitere Vorteile dieses Eingriffs. Die Goldnetz-Methode wird von den Krankenkassen bezahlt.