Onkologische Strahlentherapie
Die Onkologische Strahlentherapie ist eine der tragenden Säulen der modernen Krebsbehandlung. Unser Ziel ist es, Tumorzellen durch hochenergetische Strahlung präzise zu zerstören und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.
Der Ablauf: Präzision braucht eine gute Vorbereitung
Eine Strahlentherapie läuft nicht „von heute auf morgen“ ab. Da jede Krebserkrankung und jeder Körper anders ist, wird Ihre Behandlung maßgeschneidert geplant.
- Das Planungs-CT (Die digitale Landkarte)
Bevor die eigentliche Bestrahlung beginnen kann, führen wir eine spezielle Computertomographie (CT) bei Ihnen durch. Dieses Planungs-CT dient nicht der Diagnose, sondern vermisst die Tumorregion millimetergenau in der exakten Position, in der Sie später auch bestrahlt werden. Manchmal fertigen wir hierfür auch spezielle Lagerungshilfen (wie Masken oder Kissen) für Sie an. - Die Bestrahlungsplanung im Hintergrund
Nach dem CT beginnt für unser Team aus Fachärzten und Medizinphysikern die eigentliche Präzisionsarbeit. Am Computer berechnen wir exakt, aus welchen Winkeln und mit welcher Dosis der Tumor bestrahlt werden muss. Dieser hochkomplexe Prozess dauert meist einige Tage. - Die mehrwöchige Behandlungszeit
Um gesundes Gewebe optimal zu schonen, verabreichen wir die nötige Gesamtdosis nicht auf einmal, sondern teilen sie in viele kleine Portionen (Fraktionen) auf. Eine typische Strahlentherapie erstreckt sich daher über mehrere Wochen (meist 3 bis 7 Wochen). Sie kommen in der Regel von Montag bis Freitag täglich zu uns. Die eigentliche Bestrahlung dauert pro Sitzung oft nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei. Sie können danach direkt wieder nach Hause gehen.
Wann kommt die Strahlentherapie zum Einsatz?
- Wir behandeln ein sehr breites Spektrum an Krebserkrankungen. Je nach Tumorart erfüllt die Bestrahlung dabei unterschiedliche Aufgaben:
Brustkrebs (Mammakarzinom): Nach einer brusterhaltenden Operation ist die Bestrahlung der Brustdrüse medizinischer Standard. Sie senkt das Risiko, dass am selben Ort erneut ein Tumor auftritt, drastisch. - Prostatakrebs (Prostatakarzinom): Die Strahlentherapie kann hier als gleichwertige Alternative zur Operation eingesetzt werden, um den Tumor direkt im Körper zu zerstören – oft in Kombination mit einer Hormonentzugstherapie. Sie wird auch nach Operationen angewandt, falls noch Tumorzellen zurückgeblieben sind.
- Lungenkrebs (Bronchialkarzinom): Häufig kombinieren wir die Bestrahlung hier mit einer Chemotherapie (Radiochemotherapie). Das Ziel ist es, den Tumor lokal unter Kontrolle zu bringen oder ihn vor einer geplanten Operation zu verkleinern. Bei kleinen Tumoren wird eine Bestrahlung häufig als Alternative zur Operation eingesetzt.
- Tumore im Kopf-Hals-Bereich: Bei Krebserkrankungen im Bereich von Kehlkopf, Rachen oder Mundhöhle hilft die Strahlentherapie oft, wichtige Funktionen wie das Sprechen und Schlucken zu erhalten, die bei einer großen Operation gefährdet wären.
- Enddarmkrebs (Rektumkarzinom): Hier bestrahlen wir meist vor der Operation (neoadjuvant). Dadurch verkleinert sich der Tumor, was die nachfolgende chirurgische Entfernung deutlich sicherer macht. Bei gutem Ansprechen auf die Behandlung kann in vielen Fällen sogar auf eine Operation verzichtet werden.
- Metastasen (z. B. in Knochen oder Gehirn): Haben sich bereits Absiedlungen eines Tumors gebildet, nutzen wir die Strahlentherapie sehr erfolgreich zur Schmerzlinderung (z. B. bei Knochenmetastasen) oder um neurologische Ausfälle zu verhindern (z. B. bei Hirnmetastasen).
Gut zu wissen: Sie werden während der gesamten Behandlungszeit nicht radioaktiv. Sie können nach der Bestrahlung ganz normal Zeit mit Ihrer Familie, mit Kindern oder Schwangeren verbringen.