Neue High-Tech im Operationssaal – das Clemenshospital in Münster nimmt den OP-Roboter „da Vinci“ in Betrieb

Zwei Männer stehen neben dem OP-Roboter "Da Vinci"
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Matthias Hoffmann (l.), Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Dr. med. Sebastian D. Schäfer (r.), Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, mit dem neuen, „robotischen Kollegen“ „da Vinci“.

, Clemenshospital, Münster

Das Clemenshospital in Münster, eine Klinik des Alexianer-Verbunds, schlägt ein neues Kapitel in der operativen Medizin auf: Mit der Einführung des roboterassistierten Operationssystems „da Vinci“ werden künftig ausgewählte Bereiche der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten bei minimalinvasiven Eingriffen durch High-Tech-Medizin unterstützt. Nach intensiven technischen Vorbereitungen wird das System noch in diesem Herbst sukzessive zum Einsatz kommen. Die ersten roboterunterstützten Eingriffe werden in den Bereichen der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Thoraxchirurgie sowie der Gynäkologie stattfinden.

Hochtechnologie in der Hand des Menschen

„da Vinci“ sorgt für eine hocheffiziente Unterstützung der Operateurinnen und Operateure, aber er ersetzt sie nicht. Zu jeder Zeit kontrollieren erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte den Verlauf des jeweiligen Eingriffs und steuern den Roboter anhand einer ergonomischen Konsole. Der OP-Roboter setzt Hand- und Fingerbewegungen präzise, millimetergenau und in Echtzeit in das Operationsfeld um. Das System sorgt mit einer hochauflösenden 3D-HD-Visualisierung mit bis zu zehnfacher Vergrößerung und Instrumenten, die in ihrem Bewegungsradius dem menschlichen Handgelenk überlegen sind, für ein gewebeschonendes Operieren auch in tiefen und schwer zugänglichen Körperregionen. In Abhängigkeit der vorliegenden Erkrankungen und der körperlichen Befindlichkeit der Patientinnen und Patienten können dabei unterschiedliche individuelle Operationsmethoden zum Einsatz kommen.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Chirurgie 

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Matthias Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie über die neuen Möglichkeiten: „Für die Allgemein- und Viszeralchirurgie stärkt die Robotik zentrale Schwerpunkte des Clemenshospitals in der onkologischen Chirurgie von Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen. Wissenschaftliche Studien haben deutliche Vorteile der robotischen Chirurgie bei Enddarmkrebs in der Nähe des Schließmuskels, aber auch bei Bauchspeicheldrüsen- und Lebertumoren nachgewiesen. Durch die zehnfache Vergrößerung, die 3D-Bildwiedergabe und die sieben Freiheitsgrade der Instrumente können Operationen extrem präzise durchgeführt werden. Dies vermindert den Blutverlust, schont wichtige Nervenstrukturen, beschleunigt die postoperative Erholung und verbessert die onkologischen Ergebnisse.“

Sukzessive Einführung und intensives Training

Die Einführung des komplexen Systems im Münsteraner Clemenshospital erfolgt sukzessive in enger Abstimmung mit dem Hersteller INTUITIVE, der über mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung von roboter-assistierten Operations- und Bronchoskopiesystemen verfügt. Um allerhöchste Patientensicherheit von Anfang an zu gewährleisten, werden alle Operateurinnen und Operateure, OP-Fachpflegekräfte, das Anästhesieteam sowie die Mitarbeitenden der zentralen Sterilgutversorgungsabteilung in einem umfassenden, mehrstufigen Simulations- und Trainingsprogramm für die Arbeit mit „da Vinci“ ausgebildet.

Minimalinvasive Technologie für höchste Präzision

Dr. med. Sebastian D. Schäfer, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe: „Ich freue mich sehr, dass der „da Vinci“ OP-Roboter nach langer Vorarbeit auch für komplexe gynäkologische Operationen zur Verfügung stehen wird. Robotisch-assistiertes Operieren stellt sicher die Zukunft der minimalinvasiven Chirurgie dar. In der modernen operativen Gynäkologie ist der OP-Roboter aber auch bereits jetzt ein etabliertes Verfahren. Vorteile liegen in der besseren Ergonomie, höheren Freiheitsgraden der OP-Instrumente sowie unkomplizierter Nutzbarkeit insbesondere auch bei interdisziplinären Fällen. Gerade bei Eingriffen in der tiefen Beckenwand sowie im Bereich des Zwerchfells zeigt der OP-Roboter klare Vorteile auch gegenüber der konventionellen minimalinvasiven Chirurgie. Dadurch können insbesondere hochkomplexe Eingriffe bei Endometriose, im Bereich der Urogynäkologie sowie der gynäkologischen Onkologie noch präziser minimalinvasiv durchgeführt werden. Ich freue mich insbesondere auch persönlich, meine robotisch-operative Expertise nun auch am Clemenshospital einbringen zu können.“

Investition in den Standort Münster und stetig schonendere Behandlungsmöglichkeiten

„Unser Auftrag ist die Sicherstellung einer exzellenten Schwerpunktversorgung. Entsprechend des Ausbaus unserer onkologischen Chirurgie, beispielsweise bei Leber- oder Pankreas-Operationen sowie komplexen Darm- und Endometriose-Eingriffen in unserem Onkologischen Spitzenzentrum setzen wir auf High-Tech-Unterstützung, um jeder Patientin und jedem Patienten die individuell bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen. Für die Umsetzung unserer standortspezifischen Medizinstrategie, welche in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung und dem MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW) erfolgt, tätigen die Alexianer eine erhebliche Investition“, so Björn Hoffmann, Alexianer Verbundgeschäftsführer Westfalen.

Das Clemenshospital Münster steht für Spitzenmedizin und Menschlichkeit und ist mit über 400 Betten und rund 1.200 Mitarbeitenden ein Exzellenzentrum in Sachen medizinischer, pflegerischer und therapeutischer Kompetenz. Mit der Investition in das „da Vinci“-System stärkt der Alexianer-Verbund den Standort Münster und verbessert stetig die immer schonendere Behandlung der Patienten in den verschiedenen Kliniken des Clemenshospitals.